Sperrbestand

Englisch: Blocked Stock Bestandsführung

Sperrbestand (englisch: Blocked Stock) ist Ware, die körperlich im Lager liegt, aber nicht verwendet werden darf: Sie steht weder für die Kommissionierung noch für Verfügbarkeitszusagen bereit. Die Sperre ist eine Bestandsqualifikation im System – die Ware kann dabei auf ihrem normalen Platz liegen bleiben oder in einen separaten Sperrbereich umgelagert werden.

Typische Sperrgründe

  • Qualitätsprüfung: Neu angelieferte Ware wartet auf ihre Freigabe.
  • Beschädigung: Bruch oder Transportschaden – bis zur Entscheidung über Nachbesserung oder Verschrottung.
  • Retouren in Prüfung: Rückläufer vor der Befundung.
  • MHD-Ablauf oder Chargenrückruf: Betroffene Chargen werden sofort systemweit gesperrt.
  • Klärfälle: Unklare Identität, fehlende Papiere, Zolldokumente in Bearbeitung.

Warum eine saubere Sperrlogik Geld wert ist

Ohne Systemsperre helfen nur physische Tricks – der berühmte Zettel „NICHT VERWENDEN!” auf der Palette. Der funktioniert genau so lange, bis er herunterfällt. Umgekehrt kostet zu großzügiges Sperren Verfügbarkeit: Ware, die längst freigegeben sein könnte, blockiert Kapital und Fläche.

Ein Warehouse Management System bucht Sperren je Artikel, Charge, Palette oder Lagerplatz, dokumentiert Grund und Verantwortlichen und verhindert zuverlässig, dass gesperrte Ware in einen Auftrag rutscht – auch wenn sie mitten im normalen Lager steht.