Retoure

Englisch: Return Prozesse

Eine Retoure (englisch: Return) ist Ware, die vom Kunden an das Lager zurückgeschickt wird – wegen Nichtgefallen, Falschlieferung, Transportschaden oder Reklamation. Die Retourenbearbeitung (englisch: Returns Management oder Reverse Logistics) ist ein eigenständiger Lagerprozess mit eigenen Regeln.

Ablauf der Retourenbearbeitung

  1. Annahme: Die Rücksendung wird identifiziert – idealerweise über ein Retourenlabel oder die Auftragsnummer.
  2. Prüfung: Zustand und Vollständigkeit werden bewertet: originalverpackt, geöffnet, beschädigt, defekt?
  3. Entscheidung: Je nach Befund wird die Ware wieder eingelagert, aufbereitet, an den Lieferanten zurückgeführt oder verschrottet.
  4. Buchung: Der Bestand wird entsprechend gebucht – verkaufsfähige Ware zurück in den frei verfügbaren Bestand, auffällige Ware in den Sperrbestand.
  5. Erstattung: Die Rückmeldung an das ERP-System stößt Gutschrift oder Ersatzlieferung an.

Warum Retouren besondere Aufmerksamkeit brauchen

Retouren sind ungeplante Wareneingänge: Sie kommen unavisiert, in beliebigem Zustand und binden überproportional viel Personalzeit. Ohne klaren Prozess stapeln sie sich als „graue Bestände”, die weder verkäuflich noch sauber erfasst sind.

Ein Warehouse Management System führt die Retoure wie einen strukturierten Wareneingang: mit Prüfschritten, Befundcodes und automatischer Bestandsbuchung – so wird zurückgesendete Ware schnell wieder verfügbar statt zum Dauerbewohner der Retourenecke.