Sicherheitsbestand

Englisch: Safety Stock Bestandsführung

Der Sicherheitsbestand (englisch: Safety Stock, umgangssprachlich auch „eiserner Bestand”) ist die Bestandsreserve, die Schwankungen von Nachfrage und Wiederbeschaffungszeit abfedert. Er wird im Normalfall nicht angetastet – er ist der Puffer für den Fall, dass der Lieferant später liefert oder die Kunden mehr bestellen als geplant.

Wovon die Höhe abhängt

  • Nachfrageschwankung: Je unregelmäßiger der Verbrauch, desto mehr Puffer ist nötig.
  • Wiederbeschaffungszeit und deren Streuung: Lange und unzuverlässige Lieferzeiten treiben den Sicherheitsbestand nach oben.
  • Angestrebter Servicegrad: Wer 98 % Lieferbereitschaft verspricht, braucht deutlich mehr Puffer als bei 90 % – der Zusammenhang ist nicht linear, die letzten Prozentpunkte sind die teuersten.

Eine verbreitete Faustformel verknüpft diese Größen über die Standardabweichung der Nachfrage: Sicherheitsbestand = Sicherheitsfaktor (aus dem Servicegrad) × Standardabweichung des Bedarfs in der Wiederbeschaffungszeit.

Der Zielkonflikt

Zu wenig Sicherheitsbestand bedeutet Fehlmengen, Eilbeschaffungen und verärgerte Kunden; zu viel bedeutet gebundenes Kapital, Lagerkosten und Verschrottungsrisiko. Die richtige Höhe ist also keine einmalige Festlegung, sondern muss regelmäßig anhand aktueller Verbrauchs- und Lieferdaten nachjustiert werden – Daten, die eine saubere Bestandsführung im Lager automatisch liefert.