Durchlaufzeit

Englisch: Lead Time Kennzahlen

Die Durchlaufzeit (englisch: Lead Time, im Lagerkontext auch Order Cycle Time) misst die Zeitspanne, die ein Vorgang von Anfang bis Ende braucht. Im Lager ist meist die Auftragsdurchlaufzeit gemeint: vom Eingang des Lieferauftrags bis zur versandfertigen Bereitstellung oder Verladung. Daneben existieren die Wareneingangs-Durchlaufzeit (LKW-Ankunft bis verfügbarer Bestand) und die Wiederbeschaffungszeit in der Disposition.

Woraus sich die Durchlaufzeit zusammensetzt

Der eigentliche Arbeitsanteil ist meist klein – der Rest ist Warten:

  • Liegezeit vor Start: Der Auftrag wartet auf Freigabe, Welle oder Kapazität.
  • Kommissionierzeit: Wege, Griffe, Kontrollen.
  • Konsolidierung und Packen: Teilmengen zusammenführen, verpacken, etikettieren.
  • Bereitstellung bis Verladung: Warten auf die Tour.

Wer die Durchlaufzeit verkürzen will, greift zuerst die Wartezeiten an – nicht das Arbeitstempo der Mitarbeiter.

Warum die Kennzahl so wichtig ist

Die Durchlaufzeit bestimmt den spätesten Bestellzeitpunkt, den ein Kunde für Lieferung „morgen” hat (Cut-off) – und damit die Wettbewerbsfähigkeit im Versandgeschäft. Stabilität zählt dabei mehr als der Mittelwert: Ein Lager, das verlässlich in vier Stunden liefert, ist besser planbar als eines, das zwischen einer und zwölf Stunden schwankt.

Messung im Warehouse Management System

Da jeder Prozessschritt im WMS mit Zeitstempel gebucht wird, entsteht die Durchlaufzeit-Messung als Nebenprodukt: je Auftrag, je Prozessschritt, je Tageszeit. Engpässe werden sichtbar – etwa die Packerei als Flaschenhals ab 14 Uhr – und Verbesserungen lassen sich mit Zahlen belegen statt mit Bauchgefühl.