Der Meldebestand (englisch: Reorder Point, auch Bestellpunkt genannt) ist die Bestandsmenge, bei deren Erreichen eine Nachbestellung ausgelöst wird. Die Logik dahinter: Zwischen Bestellung und Wareneingang vergeht die Wiederbeschaffungszeit – der Meldebestand muss so bemessen sein, dass der Vorrat bis zum Eintreffen der Nachlieferung reicht.
Die Grundformel
Meldebestand = Verbrauch pro Zeiteinheit × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand
Ein Beispiel: Werden täglich 40 Stück verbraucht und dauert die Beschaffung 10 Arbeitstage, ergibt das 400 Stück; dazu kommt der Sicherheitsbestand von beispielsweise 120 Stück – der Meldebestand liegt also bei 520 Stück.
Meldebestand im Lager vs. am Pickplatz
Der Begriff taucht auf zwei Ebenen auf: In der Disposition löst der Meldebestand eine Bestellung beim Lieferanten aus. In der Lagersteuerung löst ein Mindestbestand am Kommissionierplatz einen internen Nachschubauftrag aus dem Reservelager aus. Die Mechanik ist dieselbe – überwacht wird jeweils automatisch.
Automatisierung
Manuell gepflegte Meldebestände veralten schnell: Saisonverläufe, Sortimentswechsel und veränderte Lieferzeiten machen einmal berechnete Werte unbrauchbar. Systeme mit Echtzeit-Bestandsführung prüfen den Meldebestand bei jeder Buchung und stoßen Bestellvorschläge oder Nachschubaufträge ohne Zeitverzug an – bevor der Platz leer ist, nicht danach.