Die Lagerumschlagshäufigkeit (englisch: Inventory Turnover oder Stock Turnover Rate) gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in einer Periode – meist einem Jahr – komplett verbraucht bzw. verkauft und ersetzt wird. Sie ist die zentrale Kennzahl für die Kapitaleffizienz des Lagers.
Die Formel
Lagerumschlagshäufigkeit = Verbrauch (bzw. Wareneinsatz) pro Periode ÷ durchschnittlicher Lagerbestand
Beide Größen in derselben Einheit – mengen- oder wertmäßig. Ein Beispiel: Bei einem Jahreswareneinsatz von 2,4 Mio. € und einem Durchschnittsbestand von 400.000 € liegt der Umschlag bei 6 – der Bestand „dreht” sechsmal im Jahr. Die Kehrwert-Kennzahl ist die durchschnittliche Lagerdauer: 365 ÷ 6 ≈ 61 Tage liegt die Ware im Schnitt.
Interpretation
Ein hoher Umschlag bedeutet wenig gebundenes Kapital, geringes Veralterungsrisiko und frische Bestände; ein niedriger Umschlag signalisiert Überbestände, Ladenhüter oder zu vorsichtige Disposition. Aber: Der „richtige” Wert ist branchen- und artikelabhängig – Frischelogistik dreht täglich, Ersatzteilläger bewusst langsam. Aussagekräftig wird die Kennzahl je Artikelgruppe und im Zeitverlauf, nicht als globale Einzelzahl.
Hebel zur Verbesserung
- Sortimentsbereinigung: Ladenhüter identifizieren (ABC-/XYZ-Analyse) und aktiv abbauen
- Bedarfsgerechtere Disposition: kleinere, häufigere Bestellungen statt Jahresvorräte
- Kürzere Wiederbeschaffungszeiten und verlässlichere Lieferanten senken die nötigen Puffer
Voraussetzung für all das sind korrekte Bestands- und Verbrauchsdaten – eine Kennzahl auf falschen Beständen optimiert in die falsche Richtung.