Ladungssicherung (englisch: Load Securing oder Cargo Securing) umfasst alle Maßnahmen, die verhindern, dass Ladung beim Transport verrutscht, kippt, herabfällt oder das Fahrzeug destabilisiert. Physikalischer Hintergrund: Beim Bremsen wirken bis zu 80 % des Ladungsgewichts nach vorn – eine ungesicherte Palette wird zum Geschoss.
Rechtlicher Rahmen
In Deutschland regeln § 22 StVO („verkehrssichere Verstauung”) und die VDI-Richtlinie 2700 die anerkannten Regeln der Technik. Verantwortlich sind mehrere Beteiligte gleichzeitig: der Fahrer, der Halter – und der Verlader, also das Lager. Wer die Rampe freigibt, haftet mit; Bußgelder und im Schadensfall strafrechtliche Konsequenzen treffen auch den Lagerbetrieb.
Methoden
- Formschluss: Lückenloses Stauen an Stirnwand und Bordwänden – die einfachste und wirksamste Methode; Lücken werden mit Stausäcken oder Leerpaletten gefüllt.
- Kraftschluss: Niederzurren mit Spanngurten erhöht die Reibung; Antirutschmatten reduzieren die nötige Vorspannkraft drastisch.
- Direktsicherung: Diagonalzurren, Kopflashing oder Sperrbalken bei schweren Einzelstücken.
Die Basis liegt schon in der Ladeeinheit selbst: Stabil gestapelte, sauber gewickelte Paletten ohne Überstand sind die Voraussetzung jeder Fahrzeugsicherung.
Organisatorische Verankerung im Lager
Zur gelebten Praxis gehören Verladeanweisungen je Kunde und Fahrzeugtyp, unterwiesenes Personal, geeignete Hilfsmittel am Tor – und eine dokumentierte Verladekontrolle. Checklisten oder Foto-Dokumentation lassen sich in den systemgeführten Verladeprozess integrieren, sodass die Freigabe der Rampe belegbar mit geprüfter Sicherung erfolgt.