Inventur

Englisch: Stocktaking Prozesse

Die Inventur (englisch: Stocktaking oder Physical Inventory Count) ist die körperliche Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände – im Lager also das Zählen, Messen oder Wiegen der tatsächlich vorhandenen Ware. Sie ist handelsrechtlich vorgeschrieben (§ 240 HGB) und Grundlage für einen korrekten Jahresabschluss.

Inventurverfahren im Überblick

  • Stichtagsinventur: Der klassische Weg – der komplette Bestand wird zum Bilanzstichtag (oder zeitnah davor/danach) gezählt. Häufig bedeutet das Lagerstillstand und Wochenendeinsätze.
  • Permanente Inventur: Die Zählung verteilt sich über das ganze Jahr; jeder Artikel wird mindestens einmal jährlich gezählt. Voraussetzung ist eine laufende, belegbasierte Bestandsführung – etwa durch ein WMS.
  • Stichprobeninventur: Mit statistischen Verfahren wird nur eine Stichprobe gezählt und hochgerechnet – zulässig bei nachweislich verlässlicher Bestandsführung.
  • Verlegte Inventur: Die Zählung findet bis zu drei Monate vor oder zwei Monate nach dem Stichtag statt und wird wertmäßig fortgeschrieben.

Inventurdifferenzen

Abweichungen zwischen gezähltem und gebuchtem Bestand heißen Inventurdifferenzen. Typische Ursachen sind Buchungsfehler, Bruch, Diebstahl oder ungebuchte Entnahmen. Jede Differenz muss geklärt und ausgebucht werden.

Inventur mit dem WMS

Ein Warehouse Management System macht die Inventur mobil: Zählaufträge kommen aufs MDE-Gerät, gezählt wird per Scan direkt am Platz, Differenzen werden sofort sichtbar und dokumentiert – ohne Zähllisten auf Papier und ohne Übertragungsfehler.