RFID (englisch: Radio Frequency Identification) identifiziert Objekte per Funk: Ein Transponder (Tag) am Objekt antwortet auf das Feld eines Lesegeräts mit seiner gespeicherten Kennung – ohne Sichtkontakt, durch Verpackungen hindurch und viele Tags nahezu gleichzeitig (Pulklesung).
Wie RFID funktioniert
Passive Tags (die Regel in der Logistik) brauchen keine eigene Batterie – sie beziehen ihre Energie aus dem Lesefeld. Im UHF-Bereich (RAIN RFID) sind je nach Umgebung mehrere Meter Lesedistanz möglich. Lesegeräte gibt es als Handheld, als Tor („RFID-Gate” an Rampe oder Durchgang) und fest verbaut an Fördertechnik oder Staplern.
RFID vs. Barcode
- Pulklesung statt Einzelscan: Eine Palette mit 40 getaggten Kartons wird im Durchfahren komplett erfasst.
- Kein Sichtkontakt nötig: Lesen durch Folie und Umverpackung; Ausrichtung egal.
- Aber: Tags kosten deutlich mehr als gedruckte Etiketten, Metall und Flüssigkeiten stören das Funkfeld, und die Infrastruktur will geplant sein. Der Barcode bleibt deshalb der Standard – RFID punktet dort, wo seine Stärken den Mehrpreis rechtfertigen.
Typische Einsatzfelder
Behälter- und Ladungsträgermanagement (Mehrwegbehälter zählen sich am Tor selbst), Textillogistik (Einzelteil-Erfassung im Pulk), Warenausgangskontrolle per Gate, Werkzeug- und Asset-Tracking. In der Praxis entstehen meist Hybridlösungen: Barcode für Artikelprozesse, RFID für ausgewählte Ströme – das Warehouse Management System verarbeitet beide Ereignisquellen in denselben Buchungen.