LIFO steht für Last In – First Out: Die zuletzt eingelagerte Ware wird zuerst wieder entnommen. Es ist das Gegenprinzip zu FIFO – und im Lageralltag häufiger anzutreffen, als man denkt, allerdings selten als bewusste Entscheidung.
Wo LIFO zwangsläufig entsteht
Bestimmte Lagerformen erzwingen LIFO baulich:
- Blocklager: Paletten werden gestapelt und Reihen von vorn befüllt – zugänglich ist immer die zuletzt abgestellte Palette.
- Einfahrregale (Drive-in): Der Stapler fährt in den Kanal ein; entnommen wird, was vorn steht – also das Neueste.
- Stapelbehälter und Schüttgut: Oben liegt immer das Frischeste.
Wann LIFO unkritisch ist – und wann nicht
Bei nicht verderblichen, revisionsfreien Artikeln mit hohem Umschlag ist LIFO oft unproblematisch – etwa bei sortenreinen Blocklägern für Getränke mit schnellem Abverkauf ganzer Reihen. Kritisch wird es bei Haltbarkeitsware, alternden Materialien oder Artikeln mit Änderungsständen: Die hinterste Palette bleibt im schlimmsten Fall Jahre liegen.
Steuerung durch das System
Ein Warehouse Management System macht die Konsequenzen der Lagerform sichtbar und beherrschbar: Es kennt das Alter jeder Einheit, warnt bei Überlagerung und kann bei kritischen Artikeln gezielt Umlagerungen anstoßen oder LIFO-Lagerformen für diese Artikel gar nicht erst zulassen. Buchhalterisch ist LIFO als Bewertungsverfahren in Deutschland steuerlich übrigens nur eingeschränkt zulässig – im Lager zählt aber ohnehin die physische Reihenfolge.