Der Lieferschein (englisch: Delivery Note) ist das Warenbegleitpapier einer Lieferung: Er dokumentiert, welche Artikel in welchen Mengen an den Empfänger geliefert werden, und begleitet die Sendung physisch oder digital. Beim Empfänger dient er als Grundlage der Wareneingangskontrolle – gezählt wird gegen den Lieferschein.
Typischer Inhalt
- Absender und Empfänger (ggf. abweichende Lieferadresse)
- Lieferschein-Nummer und -Datum, Bestell- und Auftragsbezug
- Positionen: Artikelnummer, Bezeichnung, Menge – je nach Branche mit Charge, MHD oder Seriennummern
- Anzahl und Art der Packstücke, Gewichte
- Hinweise (Teillieferung, Rückstände, Gefahrgutangaben)
Eine gesetzliche Pflicht zum Lieferschein besteht in Deutschland im Regelfall nicht – er ist aber kaufmännischer Standard und in vielen Lieferbeziehungen vertraglich gefordert. Steuerlich zählt er zu den aufbewahrungspflichtigen Handels- bzw. Geschäftsbriefen.
Abgrenzung
- Frachtbrief (CMR im internationalen Straßenverkehr): Vertragsdokument zwischen Absender und Frachtführer – regelt den Transport, nicht den Wareninhalt im Detail.
- Rechnung: Fordert die Zahlung – Menge laut Lieferschein, Preis laut Rechnung.
- Lieferavis (ASN): Die elektronische Voranmeldung – inhaltlich der digitale Zwilling des Lieferscheins, aber vor der Ware beim Empfänger.
Erstellung im Warehouse Management System
Ein WMS erzeugt den Lieferschein aus den tatsächlich kommissionierten und gepackten Mengen – nicht aus den Sollmengen des Auftrags. Teillieferungen, Chargenangaben und Packstückzuordnung stimmen damit automatisch mit dem überein, was wirklich auf dem LKW liegt.