Ein Konsignationslager (englisch: Consignment Stock oder Consignment Warehouse) ist ein Lager, das räumlich beim Kunden steht, dessen Bestand aber bis zur Entnahme Eigentum des Lieferanten bleibt. Erst wenn der Kunde Ware entnimmt, geht das Eigentum über – und erst dann wird abgerechnet.
Wie das Modell funktioniert
Der Lieferant befüllt das Konsignationslager auf eigene Rechnung und hält vereinbarte Mindest- und Höchstbestände. Der Kunde entnimmt nach Bedarf und meldet die Entnahmen – klassisch per Entnahmeschein, zeitgemäß automatisch per Scan und elektronischer Meldung (EDI). Abgerechnet wird periodisch über die gemeldeten Entnahmen; regelmäßige gemeinsame Inventuren gleichen die Bestände ab.
Vorteile für beide Seiten
- Kunde: Sofortige Verfügbarkeit ohne Kapitalbindung – bezahlt wird nur, was verbraucht ist; Beschaffungsvorgänge entfallen weitgehend.
- Lieferant: Enge Kundenbindung, planbarer Absatz und Einblick in das tatsächliche Verbrauchsverhalten.
Verbreitet ist das Modell in der industriellen Zulieferung (C-Teile, Normteile, Verbindungselemente), in der Medizintechnik und bei Wartungsmaterial.
Die Herausforderung: getrennte Bestandsführung
Konsignationsbestand muss strikt vom Eigenbestand getrennt geführt werden – körperlich im selben Regal, buchhalterisch in verschiedenen Welten. Ein Warehouse Management System bildet das über getrennte Bestandsarten oder Eigentümerkennzeichen ab und automatisiert Entnahmemeldung, Nachschubauslösung und Bestandsabgleich mit dem Lieferanten.